Gestaltung von Übergängen

1. Familie/Kleinkindgruppe – Kindergarten

Wenn ein Kind neu zu uns kommen soll, erachten wir es als sinnvoll, wenn die Familie im Vorfeld bereits das ein oder andere Mal unseren Kindergarten besucht hat und sowohl Eltern, als auch Kind bereits erste Eindrücke sammeln konnten. Wir bieten dafür jährlich Tage der offenen Tür im Rahmen von offenen Festen für die Allgemeinheit an. Zudem gibt es 1x/Monat einen offenen Nachmittag, an dem interessierte Eltern eine Führung durch unseren Kindergarten erhalten können. Die Termine können der Homepage entnommen werden.

Für Eltern, die bereits eine Platzzusage erhalten haben, bietet die Teilnahme an Geländepflegetage die Möglichkeit den Kindergarten und seine Gemeinschaft kennenzulernen.  

Kennenlern-Spielnachmittage der einzelnen Gruppen vertiefen diese Eindrücke. 

Beim Erstgespräch können sich Pädagog*Innen der zukünftigen Gruppe und Eltern kennenlernen und alle wichtigen Informationen wie Besonderheiten in der Entwicklung des Kindes, konzeptionelle Schwerpunkte, Kindergartenregeln, benötigte Ausrüstung etc. austauschen.

2. Eingewöhnung:

Vorbereitet durch ein ausführliches Erstgespräch mit den Eltern steht für uns bei der Eingewöhnung das Kind im Mittelpunkt: Ob drin oder draußen, gleich morgens oder etwas später – ein*e Bezugserzieher*In nimmt langsam Kontakt auf und ermöglicht eine Sicherheit schaffende Bindung. Nachgespräche mit den Eltern helfen dabei das Vertrauensband zwischen Familie und Naturkindern zu festigen. Manchmal kann dem Kind auch ein Hausbesuch durch eine*n Pädagog*In dabei helfen Zutrauen zu fassen. Jede Eingewöhnung ist so einzigartig wie das Kind.

Wir betrachten eine vertrauensvolle Beziehung zu den Kindern und ihren Eltern als unabdingbare Voraussetzung für das Kind, um sich bei uns wohlzufühlen und auf tägliche Entdeckungsreisen zu gehen. Jegliche Pädagogik geht bei uns vom Kind aus und wird getragen durch die Kraft und Qualität der Beziehung.

Wir orientieren uns daher nur in gewissem Maße am Berliner Eingewöhnungsmodell. 

In der Aufbauphase des Kindergartens versuchen wir mehrere Eingewöhnungen in einem Zeit-Staffelmodell parallel zu ermöglichen. Doch bitten wir wie bei jeder Eingewöhnung um Geduld und Vertrauen in die Einschätzungen und zeitlichen Möglichkeiten der Pädagog*Innen.

3. Kindergarten – Schule:

Welche Schulform ein Kind nach dem Kindergarten letztendlich besuchen wird, ist eine Entscheidung der Eltern. Da unser Kindergarten neben Natur- und Handlungspädagogik die Waldorfpädagogik als wesentliche konzeptionelle Säule betrachtet, würde bei einem  Besuch einer Waldorfschulen das bekannte pädagogische Konzept zumindest in Teilaspekten fortgesetzt werden. Doch grundsätzlich ist der Besuch jeder Schulform möglich, was wir bei ortsnahen Schulen durch frühzeitige Kontaktaufnahme im letzten Kindergartenjahr unterstützen.
Gemeinsam mit diesen großen „Königskindern“ (Kinder im letzten Kindergartenjahr) besuchen wir ihre zukünftigen (ortsnahen) Schulen und streben insbesondere mit den Schulen eine lebendige Kooperation an, die die Mehrzahl unserer Kinder besuchen werden.

Im Kindergarten selbst dürfen die Kinder ein Jahr lang Durchsetzungskraft, Verantwortung, Zutrauen, Mut und koordinatives Geschick entwickeln, so dass sie leiblich, seelisch und geistig gestärkt ihren neuen Lebensabschnitt beginnen können. Hierbei wird kein schulisches Lernen vorweggenommen. Spielerisch lernen sie im Rahmen kleiner handwerklich-künstlerischer Projekte Dinge zu Ende zu bringen, Willenskraft zu entwickeln, Frustration auszuhalten, Pläne zu fassen, zu verwerfen und wieder neu zu strukturieren, Konzentration und Geduld zu entwickeln, auf die Kraft der Gemeinschaft zu vertrauen, Bedeutung zu haben im Mikrokosmos Kindergarten. Hand-Auge-Koordination und Feinmotorik differenzieren sich zunehmend bei täglichem Freispiel, Königskinder-Projekten und -Diensten. Wöchentliche Eurythmie oder Sprachgestaltung im täglichen Morgenkreis erweitern ihre sprachlichen Fähigkeiten ebenso wie Musikangebote oder Fantasiereisen in der Natur, bei denen nicht nur Stille lebendig werden kann, sondern der Sinn für akustische Wahrnehmung von Geräuschen und Rhythmen gestärkt wird.
Im Rahme der Gesamtkonferenz entwickelt der Kindergarten ein Königskinder-Konzept, das es unseren „Oldies“ ermöglicht, mit einem Gepäck voller Kindergartenkompetenz in einen neuen Lernkosmos überzutreten.
Am Ende ihrer Kindergartenzeit werden unsere Königskinder von der Gemeinschaft des Kindergartens verabschiedet und dürfen ihre Kräfte noch einmal bei einem Krönungsfest unter Beweis stellen.